Sexualpädagogik
Medienberichte über ungewollte Schwangerschaften bei Jugendlichen sowie Kurzschluss- und Panikreaktionen als Ergebnis ihrer Überforderung in der Mutterrolle sind lediglich der für die Öffentlichkeit sichtbare Teil von Jugendsexualität. Dahinter steht eine eher größer werdende Verunsicherung der meisten Jugendlichen in Bezug auf ihre eigene Sexualität, die sich verstärkt aus dem Spannungsfeld medialer Informationen und eigener Erfahrungen ergibt.
Aktuelle Studien über Jugendsexualität und Kontrazeptionsverhalten (Weidinger, B. et al. 2001, 2007) belegen, dass die Schule derzeit von über der Hälfte aller Jugendlichen als Informationsquelle zum Thema Sexualität genannt wird. An vorderster Stelle stehen aber Medien wie Zeitschriften (insbesondere bei Mädchen), Fernsehen, Internet und Pornos (insbesondere bei Burschen). Die wichtigsten Ansprechpersonen sind weder Eltern noch Lehrer, sondern der Freundeskreis. Angesichts dieser Ergebnisse erscheint eine Neuorientierung in der Sexualpädagogik sinnvoll.
Sexualaufklärung findet sich immer mehr in direkter Konkurrenz zu Informationen, die Jugendliche aus Zeitschriften, Fernsehen und Internet beziehen. Hier können außerschulische Angebote ansetzen, und – ergänzend zur Aufklärungsarbeit an Schulen – auch bei sehr persönlichen Themen eine Alternative anderer Qualität zu den Informationen aus Medien anbieten.